No Innovation?
Die intensive Diskussion über Facebook vs. StudiVZ hat mich dazu gebracht, mich mal wieder mit dem Thema zu befassen. (mehr Hintergrudninfos s. hier und hier)
Wir denken, dass wir mit want2do etwas Eigenständiges erschaffen haben und sind da auch ein kleines bisschen stolz drauf. Es ist jedoch schon erstaunlich, wie viele Leute (die die Seite logischerweise noch nicht kennen), erst einmal pauschal davon ausgehen, dass wir ein (US-)Vobild adaptiert haben.
An dem bekanntesten Deutschen Web2.0-Portal studivz haftet schon seit Anbeginn (berechtigterweise) der Copycat-Makel. Deutschland hat als Land der Dichter&Denker (und damit auch Innovatoren) eigentlich einen sehr guten Ruf, jedoch scheint sich dieser auf die “Offline-Welt” zu beschränken. Worin liegt das begründet?
1. No Heroes
Ein wichtiger Bestandteil einer vitalen und inspirierend Gründerszene sind Stars. Sie sind Vorbilder und Vordenker. In Deutchland sind die bekannteren Leute inzwischen eher im VC-Bereich und das nicht immer mit dem besten Ruf. Die Reaktion auf die Wahl zum wichtigsten Web-Gründer von ds motiviert die wenigen guten Leute auch nicht gerade dazu, verstärkt das Licht der Öffentlichkeit zu suchen.
2. No Engineers
Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege, aber in meinen Augen wird die Arbeit der software engineers in Deutschland zu wenig geschätzt und gefördert. Hier liegen wir einfach strukturell weit zurück.
3. No Market
Es ist einfach eine nicht wegzudiskutierende Tatsache, dass der Markt in Deutschland nicht so weit wie in anderen Ländern. Wer primär für den Heimatmarkt entwickelt, muss sich schon sehr genau überlegen, was dem Internet-Nutzer zumutbar ist und was nicht. Als deutscher Entwickler muss man quasi überholen ohne einzuholen und das ist natürlich nicht gerade einfach.
4. No Gambling
Die Risikofreude in der USA ist einfach weitaus höher. Es wird deutlich mehr Geld in innovative Ideen gepumpt, ohne Rücksicht auf Geschäftsmodelle zu nehmen.
(Diese Punkte sind nur ein allgemeiner Erklärungsversuch und sollen dreiste Kopien in keinster Weise rechtfertigen.)
Es gibt einige sehr schöne und innovative Projekte aus Deutschland und falls es gelingt, in Berlin so etwas wie einen “Web2.0-Hotspot” zu kreieren und vielleicht irgendwann ein paar mehr “YCombinators” existieren, bin ich davon überzeugt, dass wir dem Web irgendwann unseren eigenen Stempel aufdrücken können.
